FAQ
Häufige Fragen und Antworten darauf
Bereich Tierbesuch
Frage
Müssen wir etwas vorbereiten für den Tierbesuch?
Antwort
Ideal ist, wenn ein Parkplatz in der Nähe zur Verfügung steht und es einen Lift hat, falls der Ort der Begegnung nicht ebenerdig stattfindet.
Ein Tierbesuch kann aber auch stattfinden, wenn diese Punkte nicht zutreffen.
Wichtig ist, dass keine Raubtiere im gleichen Raum sind, also sicher gestellt ist, dass keine Katzen lauern oder ein Hund nach den Wachteln schnappt.
Den Ort für die Begegnungszone werde ich vorher mit Ihnen absprechen, dieser soll freigeräumt sein (Bereich am Boden oder grosser Tisch).
Frage
Gibt es hygienische Gründe, die gegen einen Tierbesuch sprechen?
Antwort
Grundsätzlich werden nur gesunde Tiere eingesetzt, die ein intaktes Immunsystem entwickelt haben und so können bereits viele Gefahren abgewendet werden, da z.B. Salmonellen auch vom Immunsystem der Wachteln bekämpft werden.
Händehygiene muss beachtet werden, um sowohl Mensch als auch Tier vor einer möglichen Infektion schützen.
Die Utensilien werden gereinigt eingesetzt, die Hinterlassenschaften (Kot und Urin) werden von mir mit Pinol beseitigt (ein Desinfektionsmittel, wohlriechend mit Kiefernöl, das in der Tierpflege häufig eingesetzt wird).
Wie so oft im Leben gibt es keine Garantie, doch die Risiken sind überschaubar.
Frage
Mit welchen Punkten im Lehrplan kann ein Wachtelbesuch verknüpft werden?
Antwort
Die Ansätze sind vielfältig. Ob Themen im NMG oder Klassenthemen der Gruppendynamik, es lässt sich fast immer eine Verbindung machen.
Frage
Stellen die Tierbesuche keinen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz dar?
Antwort
Die Anpassungsfähigkeit der Tiere darf nicht überstrapaziert werden. Wichtig sind Aspekte der Sicherheit – aus tierischer Sicht (Verstecken, Rückzug, Möglichkeit zum Ausweichen) und menschlicher Sicht (Hygiene, Abneigung,…)
Die Tiere sind auf ihre Besuche angemessen vorbereitet worden, ihr Interesse und Entdeckergeist werden durch entsprechende Einrichtung angesprochen , die Bewegungsfreude ausgenutzt.
Verhalten, das sie natürlicherweise nicht zeigen, wird nicht verlangt, beispielsweise wird mit den Wachteln nicht geschmust. Die Würde der Tiere wird geachtet.
Stresszeichen werden beachtet und darauf eingegangen, ich kenne die Tiere individuell, was zur Beurteilung hilfreich ist.
Frage
Hätte unsere Einrichtung nicht mehr davon, einen «Therapiehund» einzuladen?
Antwort
Natürlich sind Hunde die engeren Begleiter des Menschen als Wachteln, die eher als «Nutztiere» wahrgenommen werden.
Allerdings gibt es Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht auf Hunde einlassen wollen (negative Erfahrungen wie Hundebisse, Verlusterlebnisse,…).
Gegenüber Wachteln bestehen meist keine Vorurteile, die Menschen dürfen sich überraschen lassen und sind nicht selten erstaunt, wie vielseitig diese Hühnervögel sind.
Frage
Stresst es die Tiere, einen Tierbesuch zu machen?
Antwort
Eine neue Umgebung bedingt auch für Tiere eine Anpassungsleistung. Elementar ist, ihrem Bedürfnis nach Sicherheit nachzukommen. Im Falle der Wachteln bedeutet dies stets Schutz nach oben, Versteckmöglichkeiten und kein Trennen der Gruppe. Abstammend von Zugvögeln haben die Wachteln notwendigerweise die Fähigkeit (genetisch), sich an neuen Orten zurecht zu finden.
Eine positive Verknüpfung ihrer Transporttasche als sicherer Ort ist wichtig, die Tiere haben die Wahlmöglichkeit, wann sie herauskommen.
Freigesetzte Stresshormone werden durch körperliche Betätigung abgebaut, das heisst, die Tiere müssen sich bewegen können, damit Stress auf Dauer nicht schädlich wird.
Stress kommt auch in der Natur vor, das Gleichgewicht zu Ruhe und Entspannung ist entscheidend – und dem wird Rechnung getragen.
Auch ein Zuwenig an Reizen (Langeweile) führt zu Stress, innerartlich kommt es zu mehr Streitigkeiten.
Frage
Wie sieht das Training aus, das die Wachteln auf einen Tierbesuch vorbereitet?
Antwort
Das Training findet in den Alltag integriert statt, die Gelegenheiten bieten sich laufend, wie z.B. durch Menschen, die vorbei kommen – denen gebe ich gerne Mohnsamen auf die Hand zum Füttern, so bleibt es für die Wachteln normal, dass sie bei verschiedenen Leuten gute Erfahrungen machen können.
Nebst ihrem Gehege haben sie verschiedene Bereiche, wo sie sich aufhalten, insbesondere ins Aussengehege werden sie oft mit einer Transportbox gebracht – es ist also normal, transportiert zu werden und auf Entdeckungstour zu gehen. Ist die Transportbox in der Nähe, wird sie von den Wachteln sehr gerne aufgesucht – auch Eier hinein gelegt.
Die Gehege sind mit vielen Versteckmöglichkeiten eingerichtet, bevorzugt mit Naturmaterialien, so wird auch das Immunsystem trainiert.
Auch eine Methode zum Hinlocken wird praktiziert (Belohnung: Mehlwürmer).
Frage
Wie entstehen die Kosten eines Tierbesuches?
Antwort
Ein Tierbesuch benötigt Vor- und Nachbereitungszeit.
Die Tiere brauchen an 7 Tagen Betreuung, die Haltung ist aufwändig. Material (Anschaffung und Entsorgung), Futter, Strom und Wasser das mit der Haltung im Zusammenhang steht, das ganze Equipment sowie tierärztliche Versorgung – alles summiert sich.
Auch meine Ausbildung (7 Jahre Ausbildungszeit und mehr als 20 Jahre Erfahrung in den wesentlichen Berufen die ich für die Tierbesuche benötige) darf honoriert werden.
Lange Zeit (und teilweise noch heute) wurden tiergestützte Interventionen ehrenamtlich gemacht, was sie eigentlich abwertet – auch ich bekenne mich dazu. Es ist etwas, was mit Leidenschaft zu tun hat, doch mit guten Taten kann ich weder die Familie ernähren noch Rechnungen bezahlen.
Bereich Beratung
Frage
Was bringt uns ein Konzept? Wir halten Tiere, die Mitarbeitenden betreuen sie, es funktioniert scheinbar gut.
Antwort
Die Erfahrung zeigt, dass es bei Wechsel der Mitarbeitenden oder Krankheitsausfällen zu Unsicherheiten kommt. Was genau macht man jeden Tag, wo bezieht man das Tierfutter und weitere Fragen tauchen auf. Nicht selten fehlt dazu auch eine schriftliche Dokumentation, die das klärt.
Es macht Sinn, wie für andere Teilbereiche eines Betriebes auch, Standards zu definieren, welche den Tierbereich komplett abdecken. Dies schafft Sicherheit.
Gerade wenn eine Tierhaltung aus dem Engagement einzelner entwickelt wurde und es im Laufe der Zeit Änderungen gegeben hat, ist es wichtig zu definieren, wer für welche Bereiche (Gesundheit/Tierarzt, Futter, Reinigung,…) zuständig ist, wie die anfallenden Arbeiten in den Alltag integriert werden, wie die Kommunikationswege sind, wer entscheidungsberechtigt ist, welche Informationen auch an neue Mitarbeitende weitergegeben werden sollten und vieles mehr.
Es ist eine Wertschätzung für die gehaltenen Tiere, von denen wir uns einen Vorteil versprechen. Ein Konzept zeigt auf, dass wir dies ernst nehmen.
Ein Konzept liefert präzise Antworten auf die Frage „weshalb gibt es Tiere im Betrieb?“.

